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Wieso Travel Manager sich nicht vor Uber fürchten sollten

Posted: 07 August 2016
Topics: Blog
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Hat hier jemand einen Uber Code? Diese Frage ist die Manifestation einer Marketingform namens Growth Hacking. Dieses von Internetfirmen wie Groupon und Twitter mit Erfolg genutzte Prinzip basiert darauf, sehr schnell zu wachsen und dabei wenig oder gar kein Geld in die Neukundenwerbung zu investieren. So hat Groupon Angebote zeitlich begrenzt oder sie erst ab einer Mindestzahl von Käufern freigegeben, wodurch die entsprechenden Deals (und damit auch Groupon) in deutlich größerer Breite kommuniziert wurden. Bei Twitter hingegen erhielten Neuanmelder sofort eine Liste von Personen, denen sie folgen sollten. Untersuchungen hatten nämlich ergeben, dass die Serviceaffinität der Nutzer deutlich höher ausfiel, wenn sie vom ersten Tag an jemandem folgen konnten. Bei Uber sind es Gratisfahrten und Rabatt-Codes, mit denen potenzielle Nutzer geködert werden, vor allem Konferenzteilnehmer. Und wenn man sich die Wachstumszahlen des Fahrdienstes anschaut, funktioniert das offenbar bestens. Wie aus Finanzdokumenten hervorgeht, die Amir Efrati von The Information einsehen konnte, generierte das Unternehmen im zweiten Quartal 2015 Umsätze in Höhe von US $ 2,1 Mrd. im Vergleich zu US $ 2,9 Mrd. im gesamten Jahr 2014. Allerdings zeigten diese Dokumente auch, dass das Unternehmen gleichzeitig zunehmend Geld verbrennt. So beliefen sich die Verluste 2015 in der ersten Jahreshälfte auf US $ 1 Mrd. Der Vorjahreswert lag gerade einmal bei US $ 671,4 Mio. Wie Unterstützer des Unternehmens sagen, ist das alles Teil des „großen Plans“ der Firma, die längst nicht nur im Freizeitbereich Wachstum generiert. Wie erfolgreich Uber auch im Geschäftsreisemarkt agiert, kam im April ans Licht, als der Reisekostenspezialist Certify bekanntgab, dass Uber und Lyft (ein anderes Transportnetzwerk) bei den Reisekosten mittlerweile mit einem Anteil von 46 % vertreten sind. Damit hat diese Transportform den Mietwagensektor überholt. Allein auf Uber entfallen dabei 43 % Marktanteil. Dazu Max Crowley von Uber for Business: „Geschäftsreisende sind stark auf ihr Smartphone fixiert und fühlen sich deshalb bei Anbietern und Apps gut aufgehoben, die ihnen helfen, den Alltag stressfreier zu gestalten." Die Absichten von Uber im Geschäftsreisemarkt wurden bereits im November 2015 offenbar, als das Unternehmen Geschäftsprofile einführte. Diese bieten dem Nutzer die Möglichkeit, Geschäfts- und Privatreisen zu trennen. Im März dieses Jahres entwickelte Uber dann mit verschiedenen Reisekostenspezialisten Lösungen für die automatische Bearbeitung von Reisekostenabrechnungen, die über ein Geschäftsprofil erstellt wurden. Nach Angaben von Uber nutzen derzeit bereits über eine Million Menschen ein Geschäftsprofil. So verhallen all die Warnrufe hinsichtlich mangelnder Kontrolle und Transparenz bei der Nutzung von Uber ungehört, während immer mehr Geschäftsreisende dieses neue Serviceangebot wahrnehmen. Travel Manager und Einkäufer ignorieren diesen Trend und das ist brandgefährlich. Denn wenn Reisende einen neuen Service unbedingt testen wollen (sei es Uber oder etwas anderes), werden sie auch ein entsprechendes Schlupfloch finden. Diese Content-Fragmentierung zu erkennen und Wege zu finden, mit ihr umzugehen, wird Travel Manager in den kommenden Jahren vor eine größere Herausforderung stellen. Egencia hat dieses Problem bereits in Angriff genommen. Uber ist mittlerweile komplett in die für Android, iPhone und iPad verfügbare Egencia App integriert. Angenommen, Sie haben einen Flug von Frankfurt nach New York inklusive Hotel gebucht. Wenn Sie jetzt die entsprechende Reiseplanung aufrufen, werden Ihnen drei Optionen für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel inklusive der jeweiligen Fahrzeit angezeigt: öffentlicher Nahverkehr, Auto oder Uber. Der bei Egencia für den Bereich „Mobile Product“ verantwortliche Produktmanager Prashanti Tata erläutert: „Viele Travel Manager klagen, dass sie nicht nachvollziehen können, wie Uber von ihren Reisenden genutzt wird. Diese Integration macht die Reiseabläufe für sie wieder transparenter. Außerdem sollten sie den Wunsch der Reisenden, spontan verfügbare Transportoptionen zu nutzen, nicht ignorieren, sondern ihn in den Reiserichtlinien berücksichtigen. Deckt der eigene Geschäftsreiseanbieter diese Optionen ab, erlangt der Travel Manager wieder mehr Kontrolle über die genutzten Beförderungsmittel und bietet seinen Reisenden das, was sie bereits aus ihrem Privatbereich kennen.“ Die Weiterreise am Zielort ist für Geschäftsreisende immer wieder eine Herausforderung. So ergab die zweite jährliche Egencia Business and Travel Technology Study, dass für 45 % aller Geschäftsreisenden die Organisation des Bodentransports der frustrierendste Aspekt der Reisebuchung ist. Die nahtlose Integration der verfügbaren Optionen in die Egencia App, einschließlich Uber, sollte hier Abhilfe schaffen. Aber auch Travel Manager profitieren davon. „Da man erkennen kann, wann die Mitarbeiter Uber Links anklicken, wird dieser zuvor undurchsichtige Bereich vollständig transparent“, so Prashanti Tata. Sprechen Sie Uber? Die Serviceoptionen von Uber sind schon recht verwirrend – und wen wundert's? Während in manchen Ländern und Städten bestimmte Services überhaupt nicht zulässig sind, bietet das Unternehmen selbst längst nicht in allen Märkten alle Optionen an. Zudem gelten in den einzelnen Märkten sehr unterschiedliche Anforderungen für die Fahrer und ihre Fahrzeuge. So müssen beispielsweise in Großbritannien die Fahrer privater Mietfahrzeuge über eine Zulassung der örtlichen Behörden verfügen und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen – genau wie Lehrer, Pflegekräfte und Taxifahrer. Allerdings ist die Ortskundeprüfung, die Uber Fahrer ablegen müssen, längst nicht so hart wie das legendäre „Knowledge“-Examen, das Londoner Taxifahrer absolvieren müssen, bevor sie in ihren schwarzen Droschken durch die Metropole gondeln. Hier eine kleine Übersicht der Uber Terminologie. Bitte beachten Sie, dass die Grundtarife, Zeiten und Kilometergebühren steigen, je weiter Sie auf der Liste nach unten gelangen.
  • UberPOOL – Carsharing für Personen mit derselben Zielrichtung
  • UberX – Die Uber „Budgetversion“, bei der Fahrer eigene Fahrzeuge nutzen. Diese müssen vier Türen haben, dürfen maximal 10 Jahre alt sein und müssen sich in ausgezeichnetem Zustand befinden
  • UberSELECT – Vergleichbar mit UberX, aber mit luxuriöseren Fahrzeugen, die in der Regel über Ledersitze verfügen
  • UberEXEC – Professionelle Fahrer mit privater Mietwagenlizenz und entsprechendem Versicherungsschutz, die eine E-Klasse (aktuelles Modell) oder ein vergleichbares Fahrzeug nutzen, das für vier Fahrgäste ausgelegt ist
  • UberXL – Der Uber Service mit größeren Fahrzeugen für bis zu sechs Fahrgäste
  • UberSUV – Die Luxusversion von UberXL
  • UberTAXI/UberT – Buchung eines normalen Taxis zum normalen Taxitarif durch Uber
  • UberLUX – Besonders erfahrene Chauffeure, die höchste Servicestandards bieten und über entsprechende Fahrzeuge verfügen, z. B. eine S-Klasse in der L-Version